Ein zweites Standbein aufbauen und mehr Geld verdienen

Ein zweites Standbein aufbauen und mehr Geld verdienen

Warum ein zweites Standbein?

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür, neben dem Beruf zu jobben. Dabei sprechen verschiedene Gründe dafür, sich in der Freizeit ein zweites Standbein aufzubauen. Einige Menschen möchten mit dem Arbeiten nach Feierabend oder am Wochenende schlicht mehr Geld verdienen, andere möchten sich beruflich ausprobieren, ohne dabei ihren hauptsächlichen Arbeitsplatz aufzugeben. Die Liste an möglichen Nebenjobs ist lang, sodass jeder eine Tätigkeit finden kann, die zu seinen Interessen und Fähigkeiten passt. Manche Arbeitnehmer nutzen die freie Zeit neben dem Beruf außerdem dafür, sich ein eigenes Business aufzubauen, um sich auf lange Sicht selbstständig zu machen. Obwohl dafür viel Zeit und Anstrengung investiert werden muss, träumen viele von der Selbstständigkeit und verfolgen oft das Ziel, ihren bisherigen Job zugunsten des eigenen Geschäfts aufgeben zu können. Welcher Hintergrund Sie auch immer Sie dazu motiviert, sich ein zweites Standbein aufbauen zu wollen, im Folgenden erhalten Sie einige wichtige Informationen.

Muss ich meinen Arbeitgeber über eine Nebentätigkeit informieren?

Haben Sie sich dazu entschieden, mit einem zweiten Job zu beginnen, stellt sich zuerst die Frage, inwieweit der Arbeitgeber einen Einfluss auf diese Entscheidung hat. Grundsätzlich ist im Arbeitsvertrag geregelt, ob Nebenjobs zulässig sind und ob die Erlaubnis des Arbeitgebers im Vorhinein eingeholt werden muss. Der Arbeitgeber darf die Nebentätigkeit allerdings nur aus guten sachlichen Gründen verbieten. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn die Leistungsfähigkeit durch den Nebenjob beeinträchtigt wird, sowohl durch lange Schichten nach Feierabend als auch durch intensives Arbeiten während des Urlaubs oder während einer Krankschreibung, welches die effektive Erholung verhindern kann. Außerdem darf der Zweitjob nicht in direkter oder indirekter Konkurrenz zum Arbeitgeber des ersten Jobs stehen. In einem anderen Unternehmen des gleichen Gewerbes zu arbeiten ist also nicht erlaubt. Zuletzt darf der Arbeitnehmer die gesetzlich zulässige Höchstarbeitszeit nicht überschreiten und muss die Pausen- und Erholungszeiten einhalten. In Deutschland bedeutet das maximal 48 Stunden Arbeit pro Woche und mindestens vier Wochen Urlaub im Jahr.

Welche Tätigkeiten kommen infrage?

Ist der Arbeitgeber mit dem Nebenjob einverstanden, beginnt die Suche nach einer geeigneten Tätigkeit. Diese sollte zu den eigenen Interessen passen. Es bietet sich an, ein berufliches Feld zu wählen, in dem man schon Erfahrungen gesammelt hat, da der Job auf diese Weise weniger anstrengend sein kann. Selbstverständlich können Sie sich in allen Betrieben, die Sie ansprechen, als Aushilfs- oder Halbtagsstelle bewerben.

Flexibel mehr Geld verdienen

Wer nicht zeitlich gebunden sein, sondern stattdessen lieber ganz bequem von zu Hause aus arbeiten möchte, für den gibt es verschiedene Wege, Geld im Internet zu verdienen. Einerseits besteht die Möglichkeit, als Blogger Geld zu verdienen. Zwar verursacht jeder Blog erst einmal Kosten – zum Beispiel müssen Server gemietet, Fotos gekauft und Software bezahlt werden; Gelingt es allerdings, ein Netzwerk regelmäßiger Leser aufzubauen, kann unter anderem durch das Schalten von Werbung und das Setzen von Affiliate Links Geld verdient werden. Als Affiliate Links bezeichnet man Verweise, die den Leser auf die Seite des Anbieters eines erwähnten Produktes leiten. Kauft der Leser das Produkt aufgrund eines derartigen Links, bekommt der Betreiber des Blogs eine Provision. Einige Blogger etablieren außerdem einen Online-Shop, in dem sie eigene Produkte verkaufen. Das Prinzip des Affiliate-Marketings können Sie sogar ohne eine eigene Website zum Geldverdienen nutzen. Dafür betten Sie die Links in Profile auf Plattformen wie Youtube oder Instagram ein. Je größer die Reichweite des eigenen Profils, desto mehr Geld kann mit den Links verdient werden.

Wer gerne schreibt oder entwirft, kann als Texter oder Grafiker mehr Geld verdienen. Verschiedene Plattformen, wie zum Beispiel Textbroker, führen Kunden und Dienstleister zusammen. Zuletzt können Sie auch mit Online-Marktplätzen wie Ebay Geld verdienen: Hier können Sie entweder nicht mehr gebrauchte Gegenstände verkaufen oder sich auf der Seite nach günstigen Teilen umschauen und diese für einen höheren Preis weiterverkaufen.

Business Mann sitzt am PC und reibt sich den schmerzenden Nacken. (Zweites Standbein)
Wenn das Geld nicht reicht, suchen sich viele einen Zweitjob. Die Doppelbelastung kann auf Dauer die Gesundheit und das Privatleben strapazieren.

Was gibt es sonst zu beachten?

Ist einmal der Arbeitgeber informiert und der richtige Job gefunden, kann nichts mehr schiefgehen? Das stimmt so nicht. Da die meisten Nebenjobs steuerliche Auswirkungen mit sich bringen, müssen sie in jedem Fall bei der Steuererklärung korrekt angegeben werden. Minijobs bis 450 Euro monatlich werden häufig mit zwei Prozent besteuert und sind in den Lohnsteuerklassen I, II, III und IV nur dann steuerfrei, wenn es sich dabei um die einzige bezahlte Beschäftigung handelt. Bei mehr als 450 Euro fallen höhere Steuersätze an. Wer sich neben dem Beruf selbstständig macht, muss außerdem Gewerbesteuer zahlen.

Ein zweites Standbein bedeutet auch Doppelbelastung

In zwei Jobs zu arbeiten, selbst wenn es sich bei einem der beiden nur um eine Nebentätigkeit von zu Hause aushandelt, kann sehr anstrengend sein und das Leben sowie die Gesundheit in allen Bereichen belasten: Es ist daher wichtig, dass noch ausreichend Zeit für das Privatleben bleibt. Unternehmungen mit der Familie, Treffen mit Freunden und Zeit für Entspannung dürfen trotz der Arbeit nicht zu kurz kommen. Fehlt die Zeit zum Abschalten, kann die Arbeit schnell zum Stressauslöser werden, welcher nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen negativ beeinflussen kann, sondern sich auch maßgeblich auf die Gesundheit auswirkt. Erschöpfung, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Burnout sind nur einige der gesundheitlichen Folgen von andauerndem Stress, welche dringend vermieden werden sollten. Achten Sie also auf sich selbst und schrecken Sie nicht davor zurück, auch mal eine Pause zu machen! Die ganze Arbeit führt schließlich zu nichts, wenn Sie sich selbst und ihren Beziehungen damit schaden.

Fotos: AdobeStock-stokkete, Adobe Stock-dima_sidelnikov

Bürosprüche und leere Phrasen: Was der Chef oder der Kollege sagt und was er wirklich meint

Bürosprüche und leere Phrasen: Was der Chef oder der Kollege sagt und was er wirklich meint

Unternehmen entwickeln oft ihren ganz eigenen Mikrokosmos – inklusive einer speziellen Sprache. Diese funktioniert auf vielseitige Art. Aussagen, die auf den ersten Blick positiv oder scheinbar nebensächlich klingen, können versteckte Bedeutungen haben. Manche Arbeitgeber umgehen problematische Situation durch flachsige Bürosprüche und Floskeln, während andere leere Phrasen nutzen. Arbeitnehmer sollten deshalb genau hinhören, um Anspielungen vom Chef und von Kollegen rechtzeitig zu erkennen.

Bürosprüche und was sie wirklich bedeuten

In der typischen Bürosprache haben sich zwei Phänomene herausgebildet: Zum einen leere Phrasen. Andererseits Wortgruppen mit einer internen Bedeutungsänderung. Sie werden von allen Mitarbeitern eines Unternehmens gleichermaßen genutzt – vom Auszubildenden bis zum Geschäftsführer. Oft steckt eine lustige Begebenheit oder eine Marotte eines Kollegen hinter Bürosprüchen, die alle Mitarbeiter kennen. Dadurch kann die Aussage eine ganz andere Bedeutung haben, die nur Eingeweihte verstehen. In fast jedem Unternehmen gibt es diese Sprüche. Durch langjährige Zusammenarbeit kennen sich Teams oft so gut, dass die Antworten vom Chef oder Kollegen in einer bestimmten Situation vorhersehbar sind. Erfolgt dann tatsächlich der erwartete Bürospruch bringt es im besten Fall alle zum Schmunzeln. Einige Vorgesetzte setzen immer wiederkehrende Floskeln auch gezielt ein, um Regeln und Werte auf lockere und lustige Weise zu prägen.

Nur ein Spruch oder gibt es eine tiefere Bedeutung?

Floskeln und leere Phrasen benutzen wir alle im Alltag, wenn wir etwas ausschmücken oder uns nicht festlegen wollen. Bürosprüche lockern den Arbeitsalltag auf – wenn sie gut sind. Auf Facebook werden die Sprüche oft geteilt, weil jeder sie aus seinem Büroalltag kennt. Aber Vorsicht: Hinter manchen harmlos klingenden Spruch verbirgt sich eine Arbeitsaufforderung oder eine Kritik. So kann der Chef gut verpackt erklären, dass Überstunden anstehen: „Um unsere Performance zu verbessern, wollen wir unsere Arbeit noch ergebnisorientierter gestalten.“ Ebenso gibt es Strategien, um Kollegen oder Mitarbeiterideen zu übergehen: „Bei Gelegenheit kommen wir auf den Vorschlag zurück.“ oder „Vorerst halten wir an den bewährten Methoden fest.“ Wer diese leeren Phrasen hört, sollte kritisch nachfragen: Welche Veränderungen sind nicht gewünscht? Welche konkreten Gründe sprechen gegen die Idee des Angestellten?
Eine Unterkategorie dieser leeren Phrasen sind Halbsätze. „Ich bin da dran!“ bedeutet da oftmals, dass die Aufgabe noch nicht mal begonnen wurde. Folgt ein „Ich bin da ganz bei Ihnen“ auf neue Vorschläge, heißt das noch lange nichts, dass der Kollege die Idee aktiv unterstützen wird. Keine dieser Floskeln bietet einen Mehrwert im Gespräch – außer, eben auch etwas gesagt zu haben. In diesen Fällen handelt es sich nicht um einen Bürospruch, sondern um einen Lückenfüller. Hier wird eine konkrete Aussage vermieden.

Bürosprüche – lustig oder nicht?

In fast jedem Team gibt es einen Sprücheklopfer. Meistens sind die Kollegen humorvoll und beliebt. Einige setzen aber ihren Spruch gezielt ein, um andere abzuwerten und sich selbst besser darzustellen. Auch wenn alle Kollegen herzhaft lachen, kann ein immer wiederkehrender Spruch für den einzelnen sehr verletzlich sein. In diesem Fall sollte durch ein klärendes Gespräch eine klare Grenze gesetzt werden. Nicht jeder Bürospruch muss klaglos hingenommen werden. Wenn Sie wortgewandt sind, beenden Sie die Sprücheklopferei mit einer deutlichen und schlagfertigen Antwort. Lassen Sie sich nicht mit einem „Nichts für ungut.“ beschwichtigen, sondern weisen Sie bestimmt darauf hin, dass Sie diesen Spruch nicht mehr hören möchten.

Im Spaß gesagt – im Ernst gemeint

„Hat der Wecker heute wieder zu leise geklingelt?“ „Die Frühjahrsmüdigkeit scheint Sie in letzter Zeit deutlich zu plagen“ Diese und ähnliche Sprüche enthalten eine deutliche Botschaft und sollten nicht ignoriert werden. Oft verstecken Chefs und Kollegen Kritik hinter einem lockeren Spruch, um weitere Diskussionen zu umgehen. Wer diese Sätze als lockere Bürosprüche einstuft, wird in Kürze eine deutliche Rüge erhalten. Denken Sie also besser darüber nach, ob die versteckte Kritik berechtigt ist und verändern Sie gegebenenfalls Ihr Verhalten.

Warum Floskeln und Bürosprüche mit Bedacht eingesetzt werden sollten

Floskeln gehören zur alltäglichen Kommunikation, nicht nur im beruflichen Umfeld. Wie Redensarten und Sprichwörter übermitteln sie schnell und verständlich eine komplexe Botschaft. Wer von sich weiß, dass er zu diesen rhetorischen Mitteln neigt, braucht also nicht seine Sprechgewohnheiten komplett umzuwerfen. Dennoch sollten Floskeln im Arbeitsleben nur in Maßen eingesetzt werden. Zum einen wirken leere Phrasen schnell genauso: inhaltsleer. Zum anderen können Sie damit Ihr Gegenüber auf die Palme bringen. Den in Projekten und der täglichen Büroarbeit erwartet der Chef oder der Kollege eine konkrete Antwort, um weiter arbeiten zu können.

Wenn Sie zu den Kollegen gehören, die im Büro gern einen lockeren oder lustigen Spruch loswerden, denken Sie immer daran: Entscheidend ist, wie die Kollegen den Spruch verstehen. Auch wenn Sie es nicht böse meinen, kann der täglich wiederkehrende Bürospruch anderen auf die Nerven gehen. Deshalb sollten Bürosprüche wohl dosiert verwendet werden. Richtig platziert bringt ein lustiger Spruch im Büro den Chef und die Kollegen zum Lachen und den Arbeitsalltag in Schwung.

Diese Bürosprüche sollten Sie auf jeden Fall vermeiden:

„Die Arbeit ruft!“ Sag ihr, ich ruf zurück!
Ich denke, also bin ich hier falsch.
Hat wieder keiner geklatscht, als ich ins Büro kam.
Ich wäre dann bereit für das nächste Wochenende.
Hier gibt es Tage, da bekomme ich ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln.
Der Hirntod bleibt ja bei vielen jahrelang unbemerkt.
Regeln sind da, um gebrochen zu werden.
Wollen Sie den Chef sprechen oder jemanden, der sich auskennt.
Mit einem Zelt wäre der Zirkus hier komplett.“

Bürohund: Der beste Freund des Menschen am Arbeitsplatz

Bürohund: Der beste Freund des Menschen am Arbeitsplatz

In den letzten Jahren ist immer häufiger ein Trend zu erkennen, das Haustier mit auf die Arbeit zu bringen. Das bietet für beide Seiten Vorteile: Der Vierbeiner ist nicht den ganzen Tag alleine zuhause und Frauchen bzw. Herrchen haben durch den Bürohund etwas Abwechslung im Büroalltag.

Doch nicht immer ist es auch erlaubt, das Haustier mit an den Arbeitsplatz zu nehmen. Wann der Chef einen Bürohund verbieten kann und welche Vor- und Nachteile ein Vierbeiner am Arbeitsplatz mit sich bringt, erfahren Sie in diesem Artikel.

Wann ist ein Bürohund erlaubt?

Der Arbeitgeber hat in Deutschland gemäß § 106 der Gewerbeordnung (GewO) grundsätzlich das Weisungsrecht am Arbeitsplatz. Er alleine kann also entscheiden, ob ein Bürohund im Betrieb erlaubt wird oder nicht.

Daher ist eine vorherige Absprache dringend erforderlich. Sie dürfen nicht vom einen auf den anderen Tag plötzlich Ihr Haustier mit ins Büro bringen. Halten Sie sich nicht an die Vorgaben des Arbeitgebers können Abmahnungen und in besonders schweren Fällen sogar eine Kündigung drohen.

Wieso kann ein Bürohund verboten werden?

Verbietet der Arbeitgeber einen Bürohund, kann  dies unterschiedliche Gründe haben. Als Chef muss er stets die Interessen aller Mitarbeiter im Blick behalten. Befinden sich unter den Kollegen Allergiker oder Menschen, die Angst vor Hunden haben, wird der Arbeitgeber die Mitnahme von einem Bürohund in aller Regel nicht erlauben.

Welche Vor- und Nachteile bietet ein Bürohund?

Die Entscheidung, für oder gegen einen Bürohund, sollte erst nach reiflicher Überlegung getroffen werden. Auch wenn Chef und Kollegen grundsätzlich kein Problem damit haben, dass Sie den Vierbeiner mit zur Arbeit bringen, sollten Sie bedenken, dass dieses Vorhaben auch schiefgehen kann.

Ist der Bürohund nämlich nicht gut erzogen, führt dies unweigerlich zu Problemen und kann sogar den Arbeitsablauf behindern. Arbeiten Sie in einem Unternehmen mit Kundenkontakt, macht ein Vierbeiner auch nicht immer einen guten Eindruck.

Ein weiterer Nachteil den der Bürohund bieten kann, ist, dass dieser nach einem ausgiebigen Spaziergang im Regen entsprechend Dreck und nicht den besten Geruch mitbringt. All diese Faktoren können gegen den Vierbeiner am Arbeitsplatz sprechen.

Allerdings gibt es auch zwei wesentliche Punkte, die für einen Bürohund sprechen: Studien belegen, dass ein Hund im Büro den Stresslevel deutlich senken kann. Das führt zu einem guten Betriebsklima und einer besseren Produktivität.

Zudem profitieren auch Herrchen und Frauchen davon, wenn sie ihr Haustier mit an den Arbeitsplatz nehmen. Die Mittagspause wird dann nämlichen zu einem Spaziergang und sorgt somit für Bewegung, was sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Weitere Informationen rund um einen geeigneten Bürohund sowie die rechtlichen Aspekte, welche bei der Anschaffung betrachtet werden müssen, liefert das Ratgeberportal arbeitsrechte.de

 

 

Gastbeitrag: Sibel Örgen Foto: devin-edwards

Ständige Erreichbarkeit: Wann muss mein Chef mich erreichen können?

Ständige Erreichbarkeit: Wann muss mein Chef mich erreichen können?

Ob über SMSe, Anrufe, E-Mails, WhatsApp oder andere Messengerprogramme – heutzutage ist fast jeder ständig erreichbar. Was im Privatleben meist von Vorteil und praktisch ist, birgt im beruflichen Umfeld Risiken. Wer möchte es sich schon mit seinem Chef verscherzen? Aber ist der Feierabend nicht zum Ausspannen da? Welche Rechte und Pflichten hat ein Arbeitnehmer, was die ständige Erreichbarkeit im Beruf angeht? Und wie kann er zu seinem eigenen Besten mit den Möglichkeiten umgehen? Denn Stress durch Arbeit, die das Privatleben beeinflusst, kann sich schnell auf die Gesundheit auswirken. Vor allem der Urlaub sollte der Erholung dienen.

Die rechtliche Lage

Im Normalfall ist der Arbeitnehmer gesetzlich nicht verpflichtet, in seiner Freizeit, also nach Feierabend, an den Wochenenden, Feiertagen und im gesetzlich festgelegten Mindesturlaub bzw. im vertraglich geregelten Urlaub, für seinen Chef tätig zu werden. Auch Arbeitnehmer, die über ein Diensthandy verfügen, müssen in dieser Zeit auch nicht erreichbar sein. Anders sieht es jedoch bei zusätzlichen Urlaubstagen aus, die einige Unternehmen gewähren. Hier gelten vertraglich vereinbarte Sonderregelungen. Ausnahmen sind auch vertraglich geregelter Bereitschaftsdienst, Rufbereitschaft und wirksam angeordnete Freizeitarbeit. Die Möglichkeiten zur Freizeitarbeit sind ebenfalls in Tarif- oder Arbeitsverträgen geregelt. In diesen Zeiten ist für eine Erreichbarkeit zu sorgen. Dabei gilt es von Arbeitgeberseite, die Zeit, die der Arbeitnehmer im Bereitschaftsdienst verbringt, zu bezahlen. Arbeitgeber dürfen zudem entscheiden, welcher Mitarbeiter für die Rufbereitschaft zur Verfügung stehen muss – vorausgesetzt die Einteilung ist weder diskriminierend noch willkürlich.

In der restlichen Freizeit, die zur Erholung des Arbeitnehmers dienen soll, hat der Arbeitgeber laut Arbeitszeitgesetz kein Recht, eine Erreichbarkeit vonseiten seiner Mitarbeiter zu verlangen. Wer dies als Chef missachtet, begeht unter Umständen eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Geldbußen geahndet werden kann.

Vor- und Nachteile ständiger Erreichbarkeit

Die ständige Erreichbarkeit im Beruf durch Mails, Smartphone und Messengerprogramme muss für den Arbeitnehmer nicht unbedingt von Nachteil sein. Jedes Aufgaben- und Berufsfeld ist anders und manche Strukturen bieten unter Umständen eindeutige Vorteile, wenn nach Feierabend telefonisch noch eine kurze aber wichtige Frage geklärt werden kann. Wer dann auch in der Freizeit noch für Kollegen und Vorgesetzte erreichbar ist, verschafft sich vielleicht selbst einen Vorteil.

Es ist zum Beispiel denkbar, dass ein Update erst dann laufen kann, wenn noch schnell eine Einstellung vorgenommen wird, die nur der bereits auf dem Heimweg befindliche Kollege A kennt. Wenn er nun für Kollegen B, der sich noch im Büro befindet, erreichbar ist und diesem die korrekte Lösung mitteilt, kann das Update über Nacht laufen und blockiert nicht am nächsten Morgen einige Stunden lang den Arbeitsablauf. In solchen und vergleichbaren Situationen ist die ständige Erreichbarkeit für alle Beteiligten von Vorteil. Auch Kundenanfragen oder Einzelinformationen sind unter Umständen schnell gegeben; hier kann vielleicht eine kurze WhatsApp-Nachricht außerhalb der regulären Arbeitszeiten einen wichtigen Kunden glücklich machen. Vor allem, wenn solche Anfragen nicht die Norm sind, sondern selten vorkommen und schnell geklärt sind, ergibt sich für den Arbeitnehmer kaum ein Problem.

Immer erreichbar und zur Verfügung

Ob sich eine solche Herangehensweise jedoch nicht verselbstständigt und letztendlich auch auf unwichtigere Probleme im Unternehmen ausgeweitet wird, ist zu Beginn kaum zu sagen. Hier werden schnell Grenzen übertreten und plötzlich kann Kollege A kaum mehr einen Abend in Ruhe genießen, weil Kollege B oder Chef C ständig „nur noch eine Kleinigkeit“ wissen möchten, die weder wichtig noch dringlich ist. Irgendwann ist eine Erholung überhaupt nicht mehr möglich und ein gesundes „Abschalten“ vom Beruf findet nicht mehr statt. Die ständige Erreichbarkeit verlängert für viele Mitarbeiter die täglichen Arbeitszeiten. Dies wirkt sich nicht nur auf das Privatleben negativ aus; auch im Beruf können Produktivität, Engagement und Leistung sehr unter einer solchen Überbeanspruchung leiden. Im schlimmsten Fall droht aufgrund des Leidensdrucks gar ein Burn-out-Syndrom. Wäre es also nicht besser, von Beginn an einen Riegel vorzuschieben und in der Freizeit auf keine Kontaktaufnahme von der Arbeitsstelle zu reagieren?

Die Introspektive: Ständige Erreichbarkeit im Beruf – Fluch oder Segen für mich?

Für die Beantwortung der Frage „Ständige Erreichbarkeit, ja oder nein?“ muss in die Introspektive gegangen werden, also eine „Innenschau“ stattfinden. Hierbei sind Ehrlichkeit und eine realistische Selbsteinschätzung wichtig. Wer zur Gruppe der sogenannten Workaholics gehört, das Gefühl hat, sich in seinem Beruf und in seiner aktuellen Position zu verwirklichen, sich dort wohlfühlt, wo er ist und zu seinen Kollegen und Vorgesetzten ein sehr gutes Verhältnis hat, profitiert von einer ständigen Erreichbarkeit unter Umständen erheblich. Wer an der Entwicklung und dem Wachstum seiner Firma beteiligt sein und sie nach vorne bringen möchte, wer es genießt, gebraucht zu werden und wer generell ein stressresistenter Mensch ist, der kann für sich entscheiden, gerne so erreichbar wie möglich zu sein. Ein gesundes Selbstbewusstsein ist hier aber vonnöten, um nicht ausgenutzt zu werden.
Einschränkungen können allerdings aus dem privaten Umfeld kommen. Als Single fällt es leicht, den Schwerpunkt auf die Karriere zu setzen. Sobald aber soziale Kontakte, enge Freunde, Beziehung, Kinder und Familie unter dem ständigen Arbeitseinsatz leiden, ist es wichtig, sich an diejenigen Verpflichtungen zu erinnern, die außerhalb des Jobs liegen.

Klare Regeln helfen

Wer mehr Wert auf seine Freizeit und seine Erholung legt, wer der Überzeugung ist, Arbeit sollte nur gegen Bezahlung erfolgen, und wer eine starke Grenze zwischen Job und Privatleben ziehen möchte, der hat das Recht, dies genauso zu praktizieren. Ständige Erreichbarkeit ist keine Pflicht und gerade stressanfällige Menschen müssen sich selbst und ihre psychische Gesundheit schützen. An ein klingelndes Handy nicht ranzugehen, auf dessen Display eine Nummer aus dem Büro erscheint, kostet den ein oder anderen vielleicht Überwindung und erzeugt seinerseits Stress. Es kann helfen, sich für berufliche Kontakte eine zweite SIM-Karte und eine zweite E-Mail-Adresse zuzulegen, die vom Bewerbungsschreiben an für den Austausch mit der Arbeitsstelle verwendet werden. Diese SIM-Karte kann abends und am Wochenende deaktiviert werden, während die Erreichbarkeit für Freunde und Verwandte auf dem privaten Handy weiterhin gegeben ist.

Egal, wofür man sich entscheidet; wichtig ist das Wissen, dass Erreichbarkeit in der Freizeit eine freiwillige Extra-Leistung ist. Wer sich aus persönlichen Gründen dafür entscheidet, hat jederzeit das Recht außerhalb der Arbeitszeit, gegenüber dem Arbeitgeber, Kunden und Kollegen Grenzen zu ziehen, falls es ihm zu viel wird.

Was macht ein Medientechnologe?

Was macht ein Medientechnologe?

Ohne Medientechnologen wären viele Texte nicht gedruckt worden. Denn hinter der etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich nichts anderes als der Beruf des Druckers, ergänzt um die Aufgaben eines Siebdruckers und eines Druckverarbeiters. Alle drei Spezialisierungen sind auch heute noch wichtig. Wer glaubte, dass die Digitalisierung diese Berufe abschaffen würde, hat sich getäuscht. Schon 2011 wurde aus dem Drucker die Berufsbezeichnung Medientechnologe, der in drei anerkannten dualen Ausbildungsberufen angeboten wird. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre.

Medientechnologe: Ausbildung mit Druck

Nur wenige Berufe haben sich durch die Digitalisierung so verändert wie der des Druckers. Das zeigt sich nicht nur an der neuen Bezeichnung „Medientechnologe Druck“.
Früher war das Drucken eine langwierige, schwierige Arbeit, denn die Texte wurden Buchstabe für Buchstabe aus Bleilettern gesetzt und mit großem Kraftaufwand gedruckt. Heute werden Zeitschriften, Kataloge und Bücher per Computer erstellt und direkt an die Druckmaschine übertragen. Dann überwacht der Medientechnologe Druck die weitere Fertigung, überprüft die Druckqualität und die Maschinen, die er später reinigt.
Während der Ausbildung lernt der angehende Drucker sowohl den Offset- als auch den Tief- und Digitaldruck kennen. Ob in Großdruckereien oder in Copyshops: die verschiedenen Druckverfahren werden zweckoptimiert eingesetzt und unterscheiden sich sowohl durch die verwendeten Maschinen und Techniken als auch durch Druckqualität, Kosten und Aufwand.
Petra Timm vom Personaldienstleister Randstad: „Abgesehen von technischem Verständnis sind Kreativität und Vorstellungsvermögen wichtig. Da ein Medientechnologe die Ergebnisse seiner Arbeit immer wieder mit dem Auftraggeber abstimmen muss, sollte er kontaktfreudig sein.“

Medientechnologe Druckverarbeitung: Handwerk für Drucksachen

Medientechnologe: Eine Auszubildende arbeitet an einem Auftrag.

Medientechnologen gibt es in drei Fachrichtungen: Druck, Siebdruck und Druckverarbeitung. Handwerkliches und technisches Geschick sowie sorgfältiges Arbeiten sind für alle drei eine gute Voraussetzung.

Wie wird das bedruckte Papier zum Buch, Kalender, Katalog oder Prospekt? Der Medientechnologe mit der Spezialisierung Druckverarbeitung kennt die Antworten. Er sorgt dafür, dass Druckbögen geschnitten, gefalzt, geheftet oder verklebt werden.

Die Arbeit beginnt, wenn die Druckmaschinen ihre Arbeit getan haben. Denn als Nachfolger des Buchbinders prüft der Medientechnologe der Fachrichtung Druckverarbeitung die Druckbögen, richtet die Verarbeitungsanlagen ein und kontrolliert die Produktionsprozesse.
Je nachdem, was aus den Druckbögen entstehen soll, gestaltet sich die Arbeit unterschiedlich. Beschäftigungsorte können Buchdruckereien, Verlage für Zeitschriften und Magazine oder Druckereien für kleinere Aufträge wie Prospekte, Flyer oder Karten sein, die auch noch eine Oberflächenveredelung erhalten.
„Für die Auszubildenden ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, aber erfahrungsgemäß ist ein Realschulabschluss von Vorteil“, weiß Petra Timm und ergänzt: „Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sollte der Bewerber zum Medientechnologen Druckverarbeitung ebenfalls für die dreijährige duale Ausbildung mitbringen.“

Medientechnologe Siebdruck: Die Allesdrucker sind gesucht

Ein Medientechnologe arbeitet an einer Druckmaschine in einer Textildruckerei.

Medientechnologen Siebdruck arbeiten auch in kleineren Betrieben – wie hier in einer Textildruckerei.

Der Siebdruck eignet sich für die verschiedensten Untergründe. Dazu zählen neben Papier auch Keramik, Kunststoff, Metall, Glas, Holz und Textilien. Typische Beispiele der Arbeit eines Medientechnikers Siebdruck sind Schilder, Plakate und T-Shirts. Nach der dreijährigen Ausbildungszeit arbeiten die Fachleute oft in Druckereien, manchmal aber auch in Fabriken, zum Beispiel für Keramik oder Glas. Sie bearbeiten die Entwürfe am Computer, bereiten daraus Druckvorlagen vor und richten die Druckmaschinen ein. Von dem gewünschten Produkt wird ein Probedruck erstellt, der mit dem Kunden abgestimmt wird. Dann überwachen die Medientechnologen den Vorgang unter besonderer Beachtung der Farbgenauigkeit. Der fertige Druck wird häufig noch weiterverarbeitet oder durch Lack veredelt. Je nach Branche überwacht der Siebdrucker auch diese Vorgänge. Wer den Beruf erlernen möchte, benötigt vorzugsweise einen mittleren Schulabschluss und ein gutes Auge. (Advertorial)

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