Elektroniker: Ein vielseitiger Ausbildungsberuf

Elektroniker: Ein vielseitiger Ausbildungsberuf

Nette Kollegen, kompetente Ausbilder und spannende Aufgaben – so sollte eine gute Ausbildung aussehen. Wenn dann noch die Arbeitszeiten stimmen und die Vergütung gut ist, klingt das nach einem Traumjob. Kein Wunder, dass die Ausbildung zum Elektroniker unter Schulabgängern besonders beliebt ist. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in seinem Ausbildungsreport 2017, für den 12.191 Lehrlinge befragt wurden. Was den Elektroniker zusätzlich attraktiv macht, sind seine verschiedenen Facetten. „In kaum einem anderen Berufsbild gibt es so viele Fachrichtungen und Einsatzgebiete“, berichtet Randstad-Sprecherin Petra Timm. Elektroniker sind in vielen Branchen sowohl im industriellen als auch im handwerklichen Bereich tätig.

Das erste Lehrjahr ist für alle Auszubildenden gleich. Danach beginnt die Spezialisierung, für die sich der Jugendliche entschieden hat. Zur Auswahl steht etwa der Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Er richtet beim Hausbau die Stromversorgung des Gebäudes ein, wartet die Stromverteilung und ist für entsprechende Reparaturarbeiten zuständig. Der Elektroniker für Automatisierungstechnik wiederum baut komplexe Schließanlagen oder die Steuerung für Fertigungsanlagen in Betrieben. Telefon- und Alarmanlagen oder Überwachungssysteme sind Aufgabenbereiche von Informations- und Telekommunikationstechnikern, die sie installieren und warten. Auch moderne Smart-Home-Systeme gehören dazu. Je nach Arbeitgeber wird der Elektroniker nach der Ausbildung als Dienstleister bei Kunden eingesetzt oder er gehört zum Gebäudemanagement und sorgt im Unternehmen dafür, dass der Saft nie ausgeht

Elektroniker für Betriebstechnik: Ein Job für fleißige Tüftler

In Deutschland gibt es mehr als 130 Ausbildungsberufe im Handwerk. Einer der beliebtesten ist der Elektroniker für Betriebstechnik. Dies bestätigt auch eine aktuelle Befragung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) unter mehr als 12.000 Lehrlingen. Dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Während dieser Zeit lernen die Lehrlinge, wie sie Energieversorgungsnetze, Schalt-, Steuer- und Produktionsanlagen installieren, warten und reparieren. In Werkstätten fertigen sie selbst mechanische Teile an und lernen, elektrische Anlagen zu programmieren. „Vorausgesetzt wird ein Hauptschul- oder Realschulabschluss“, sagt Randstad-Sprecherin Petra Timm. „Technisches, mathematisches und physikalisches Verständnis sowie handwerkliches Geschick sollten Bewerber ebenfalls mitbringen.“ Die Chancen, nach Abschluss der Lehre übernommen zu werden, stehen gut, denn die Firmen bilden oft für den eigenen Bedarf aus. Außerdem sorgen Fortbildungsangebote wie zum Elektroingenieur oder zum Industriemeister für ein berufliches Weiterkommen.

Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik: Für den Kunden immer auf Draht

Ohne Strom läuft nichts – und deswegen kann auf Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik nicht verzichtet werden. Die gesuchten Spezialisten kennen sich überall aus, wo Elektrizität fließt – von der Steckdose über das komplexe Netzwerk bis zur Photovoltaikanlage. Bei der Installation, Wartung oder Reparatur solch anspruchsvoller Elektronik müssen sie sich mit vielen unterschiedlichen Systemen auskennen. Dafür benötigen sie technisches Verständnis. Immer gern gesehen sind auch Bewerber, die in ihrem Realschul- oder Hauptschulabschluss gute Noten in Mathematik und Physik vorweisen können. Haben Jugendliche die Ausbildung abgeschlossen, sind die Chancen auf eine Übernahme gut. „Für das berufliche Weiterkommen bieten sich verschiedene Fortbildungen an, etwa zum Elektrotechnikmeister oder Industriemeister“, so Randstad-Sprecherin Petra Timm. Auch der Schritt in die Selbstständigkeit ist möglich.

IT-Systemelektroniker: Digitale Strippenzieher

txn. Wer mit den Händen denkt, für den ist der Beruf des IT-Systemelektronikers genau der richtige. „Die Spezialisten sind dafür verantwortlich, dass Computer-Netze funktionieren. Das können in kleineren Firmen eine Handvoll Rechner sein, in großen Konzernen jedoch Tausende von Computern in verschiedenen Netzwerken, die wiederum miteinander verbunden sind“, erklärt Randstad-Sprecherin Petra Timm. Konkret kümmert sich der IT-Systemelektroniker um die Planung, Installation, Inbetriebnahme und Wartung von Funk- und Festnetzen sowie um die dazugehörenden Sicherheitssysteme. Die Arbeiten erfolgen oft unter Zeitdruck, schließlich darf die Technik nicht lange ausfallen. Das notwendige Wissen über Hard- und Software wird in einer dreijährigen Ausbildung vermittelt. Für den zukunftsträchtigen Berufsweg ist Abitur nicht notwendig. Allerdings sollten technisches Verständnis und eine gute allgemeine Auffassungsgabe vorhanden sein. Auch gute Noten in Mathematik, Physik und Englisch sind von Vorteil.  Nach erfolgreicher Prüfung bieten sich Weiterbildungen zum Industriefachwirt oder Fachwirt Datenverarbeitung an. Ziel kann natürlich auch die berufliche Selbstständigkeit sein.

 

 

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Rettungssanitäter: Ein anspruchsvoller Beruf

Rettungssanitäter: Ein anspruchsvoller Beruf

Ein Verkehrsunfall, ein Herzinfarkt oder eine bewusstlose Person. In solchen Situationen ist der Rettungsdienst schnell vor Ort, um zu helfen. Auch Fahrten aus dem Pflegeheim zum Arzt übernimmt der Rettungsdienst und begleitet jene, die diesen Weg ohne medizinische Betreuung nicht mehr leisten können. Die Männer und Frauen des Rettungsdienstes sind Notfallsanitäter, Rettungsassistenten und Rettungssanitäter. Ihre Aufgaben sind vielseitig und bei Weitem nicht auf die Rettung von Unfallopfern begrenzt.
Besonders die Ausbildung zum Rettungssanitäter eignet sich sehr gut als Einstieg in das anspruchsvolle Arbeitsumfeld des Rettungsdienstes. Wer sich für diesen Weg entscheidet, darf sich auf einen vielseitigen und aufregenden Alltag freuen.

Arbeiten als Rettungssanitäter – der ganz normale Wahnsinn

Die Arbeit als Rettungssanitäter ist abwechslungsreich. Jeder Einsatz birgt eine neue Erfahrung und kein Tag gleicht dem anderen. Die Aufgaben sind in drei Bereiche gegliedert:

Notfallrettung:

In der Notfallrettung werden Rettungssanitäter im Team mit Notfallsanitätern auf dem Rettungswagen, kurz RTW, eingesetzt. Ausgerüstet mit Notfallausrüstung und moderner Technik können die Rettungs- und Notfallsanitäter Verletzungen und Erkrankungen aller Art versorgen. Da der Notfallsanitäter dem Rettungssanitäter im Hinblick auf Wissen und Ausbildung übergeordnet ist, wird der Rettungssanitäter auf dem Rettungswagen meist als Fahrer eingesetzt und unterstützt den Notfallsanitäter bei medizinischen Maßnahmen. Um als Rettungssanitäter in der Notfallrettung zum Einsatz zu kommen, ist zusätzlich zur Ausbildung noch ein Führerschein der Klasse C oder C1 nötig. Rettungssanitäter, die eine Tätigkeit in der Notfallrettung anstreben, müssen hohe Anforderungen erfüllen und sollten motiviert sein, sich dauerhaft weiterzubilden, um im Einsatz nahtlos mit dem Notfallsanitäter und ggf. mit Notärzten zusammenarbeiten zu können.

Krankentransport:

Viele verbinden den Rettungsdienst vor allem mit der Notfallrettung. Das der Krankentransport dazu gehört, wissen jedoch nur wenige. Dennoch ist er ein elementarer Teil im alltäglichen Dienst eines Rettungssanitäters. Im Krankentransport werden solche Patienten befördert, die für Fahrten zum Arzt eine medizinische Betreuung und Versorgung bedürfen, aber keine lebensbedrohliche Erkrankung aufweisen. Wer also zum Beispiel nicht mehr laufen kann und ohne Hilfe nicht zum Hausarzt kommt, wird ebenso befördert wie Pflegeheimbewohner, die durch den Arzt ins Krankenhaus eingewiesen wurden. Auch Entlassungen aus dem Krankenhaus und den Transport nach Hause führt der Krankentransport durch. Dabei kommt der so genannte KTW, ein Krankentransportwagen, zum Einsatz. Das Fahrzeug, eine abgespeckte Version der Rettungswagen, verfügt über eine Notfallausrüstung, Sauerstoff und die Möglichkeit einen Patienten liegend oder sitzend zu transportieren. Die beiden Rettungssanitäter, die auf diesem Fahrzeug ihren Dienst tun, können aber auch jederzeit Notfälle versorgen und auch transportieren, wenn gerade kein RTW verfügbar sein sollte.

Sanitätsdienst:

Im Fußballstadion, auf Konzerten und öffentlichen Veranstaltung gewährleisten Rettungssanitäter die sanitätsdienstliche Versorgung. Sie behandeln Verletzungen und organisieren den Transport in ein geeignetes Krankenhaus, wenn nötig. Bei größeren Veranstaltungen werden auch so genannte Behandlungsplätz errichtet, um gleichzeitig viele Patienten versorgen zu können. Mit zunehmender Einsatzerfahrung können im Sanitätsdienst auch Rettungssanitäter die Leitung vor Ort übernehmen.

Rettungssanitäter versorgen ein Unfallopfer

Vor allem Notfälle mit Kindern verlangen den Rettern viel ab. Wer sich also für einen Beruf als Rettungssanitäter entscheidet, sollte vielfältig belastbar sein.

Teamfähigkeit und Belastbarkeit – Die Anforderungen an Rettungssanitäter

Die Arbeit im Rettungsdienst ist vielseitig. Aber auch anstrengend und belastend. Angehende Rettungssanitäter sollten also vorher überlegen, welche Anforderungen auf sie zu kommen und wie belastbar sie physisch und psychisch sind.

„Hier ist überall Blut, kommen sie schnell!!“

Der Rettungsdienst wird immer gerufen, wenn ein Leben oder die Gesundheit in Gefahr ist. Schnittwunden, Herzinfarkte, aber auch Autounfälle, Brandwunden oder reanimationspflichtige Personen können ein Grund sein. Wer als Rettungssanitäter tätig ist, muss in jeder Situation professionell Hilfe leisten. Körperflüssigkeiten, wie Blut, Urin oder Erbrochenes sind zwar ekelerregend, dürfen einen Retter aber nicht aus der Fassung bringen. Auch offene Wunden oder Verletzungen sollten für den Sanitäter kein Problem sein. Ein „dickes Fell“ sollte also zur Grundausstattung eines Retters gehören.

„Patient adipös, dritter Stock; Zum Transport in die Klinik…“

Immer mehr Männer und Frauen sind übergewichtig, im Alter nimmt die Zahl stark zu. Übergewicht und Adipositas sind Mitursache für viele Beschwerden und können die Entwicklung chronischer Krankheiten begünstigen. Viele dieser Menschen werden im Rahmen ihrer Erkrankung ein Fall für den Rettungsdienst. Durch das hohe Gewicht ist es häufig schwierig, diese Patienten zu transportieren, besonders wenn Treppen überwunden werden müssen oder der Patient nicht mehr laufen kann. Wer im Rettungsdienst arbeiten will, muss deshalb in der Lage sein, körperliche Belastungen zu ertragen und im Bedarfsfall auch ordentlich anpacken.

„Der Rettungsdienst: Im Notfall Tag und Nacht im Einsatz!“

Notfälle, Dialysefahrten, Verlegungen zwischen zwei Krankenhäusern – die Tätigkeit des Rettungsdienstes nehmen keine Rücksicht auf die Tageszeit und auch nicht auf Feiertage oder Wochenenden. Wer sich für eine Tätigkeit im Rettungsdienst entscheidet, arbeitet im Schichtdienst und auch am Wochenende. Das ist körperlich eine große Belastung, der nicht jeder gewachsen ist. Denn vor allem das Arbeiten in der Nacht widerspricht dem üblichen Schlafrhythmus und verlangt dem Körper viel Kraft ab. Auch im Sozialen ist der Schichtdienst eine Herausforderung, denn Rettungs- und Notfallsanitäter müssen häufig arbeiten, während Freunde und Familie frei haben.

„Den Patienten verstehen. Und dennoch Distanz bewahren.“

Wer mit erkrankten Menschen arbeitet, lernt viele Schicksale kennen. Oft steht das Leiden der Patienten dabei im Vordergrund. Das kann sehr schwierig sein, denn nicht immer sind die Retter in der Lage, dem Patienten vor Ort zu helfen. Und selbst wenn Hilfe möglich ist, so bleibt immer eine Erinnerung an das Leiden der Menschen. Retter, die sich das zu sehr zu Herzen nehmen und nach dem Einsatz keinen Abstand zum Geschehen gewinnen kann, riskieren psychische Erkrankungen.

Der Rettungsdienst: „Eine schrecklich nette Familie!“

Wer als Rettungssanitäter arbeitet, gewinnt eine zweite Familie. Denn im Rettungsdienst sind die Kollegen füreinander da: Die Mitglieder einer Rettungswache haben gemeinsam Spaß, lachen zusammen, erleben aber auch Schreckliches miteinander. Das schweißt zusammen. Die Kameradschaft steht deshalb immer im Vordergrund. Rettungskräfte, die jemandem zum Reden benötigen oder Rat suchen, können sich immer an die Kollegen wenden. Und das ist sinnvoll: Denn wer den Beruf und die Situationen kennt, die ein Rettungssanitäter im Alltag erlebt, kann verstehen und nachvollziehen, was es bedeutet, als Retter zu arbeiten.

Auch das Leben auf einer Rettungswache ähnelt dem Familienleben. Gemeinsames Frühstück, freundschaftliche Gespräche, aber auch Alltagsarbeiten, wie z.B. das Reinigen der Wache und das Auffüllen der Lagerbestände erledigen alle im Team. Und da viele Freunde nicht im Schichtdienst arbeiten, entwickeln sich häufig auch Freundschaften zwischen den Kollegen, die lange bestehen bleiben.

Zwei Rettungssanitäter reanimieren eine am Boden liegende Person

Rettungssanitäter sind Lebensretter. Deshalb wird in der Ausbildung besonders Wert auf die Reanimation gelegt. denn im Notfall müssen alle Handgriffe sitzen.

Ausbildung zum Rettungssanitäter: Ausgebildet, um Leben zu retten

Nach 520 Stunden Ausbildung und Prüfung sind Rettungssanitäter in der Lage, Leben zu retten und im Notfall qualifiziert zu helfen. Aber was lernt der angehende Rettungssanitäter und wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Theoretische Grundkenntnisse: Ausbildung im Klassenraum

Angehende Rettungssanitäter müssen erst einmal zurück auf die Schulbank. Denn die ersten 160 Stunden der Ausbildung beinhalten theoretische Fachausbildung. Anatomie, Physiologie, Notfallmedizin und Medikamentenkunde stehen ebenso auf dem Lehrplan, wie der richtige Ablauf einer Reanimation und taktisches Verhalten. Aber bereits dieser Teil der Ausbildung kommt nicht ohne Praxisübungen aus. Denn es wird geübt, Krankheitsbilder zu erkennen und zu behandeln. Auch der richtige Umgang mit medizinischem Equipment und Diagnostikausrüstung werden geprobt.

Praktikum in Rettungsdienst und Klinik: Von Profis lernen

Nach der Theorie folgt eine praktische Ausbildung, bestehend aus zwei Praktika: In einem Krankenhaus und im Rettungsdienst. Die Erfahrungen, die der angehende Rettungssanitäter in den Praktika macht, sind vielseitig.
Notaufnahme, OP-Saal oder Chirurgie. Die verschiedenen Stationen, auf denen der Praktikant Erfahrungen sammeln kann, prägen den Rettungssanitäter. Wer also ein Praktikum in der Klinik vereinbart, sollte sicher gehen, dass er auf Stationen eingesetzt wird, die für das spätere Arbeitsumfeld relevant sind z.B. Notaufnahme, Chirurgie, Intensivstation oder Operationssaal.
Spätestens im Rettungsdienstpraktikum begegnet der auszubildende Rettungssanitäter Notfällen und erlebt den Rettungsdienst hautnah. Auch den Alltag auf einer Rettungswache lernt der Rettungssanitäter kennen. Diese beiden Ausbildungsabschnitte umfassen jeweils 160 Stunden.

Abschlussprüfung: Theorie, Praxis und Reanimation

Nach dem theoretischen Teil und den Praktika steht dem angehenden Rettungsdienstler nur noch eine Hürde bevor, um die Qualifikation des RettSan zu erlangen: Die Abschlussprüfung.
Diese Prüfung ist mehrteilig und besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen sowie einer dreiteiligen praktischen Prüfung. Abgefragt wird alles, was in der Theorie gelernt wurde. Die praktische Prüfung und die Reanimationsübung werden immer im Team durchgeführt. Denn auch in Realeinsätzen arbeiten Rettungskräfte immer als Team. Die Prüflinge müssen in den praktischen Teilen des Tests im Team die Erkrankung erkennen und die korrekten Behandlungsmaßnahmen einleiten. Ziel ist es, den Patienten für einen Transport ins Krankenhaus professionell zu stabilisieren.
Wer die Prüfungen besteht, darf sich fortan Rettungssanitäter nennen und darf auch direkt im Anschluss mit diesem Titel arbeiten.

520 Stunden Ausbildung: Ausreichend um Leben zu retten?

Natürlich ist die Ausbildung eines Rettungssanitäters keinesfalls so umfassend, wie die eines Notfallsanitäters. Dennoch ist das Wissen eines Rettungssanitäters recht umfangreich: Diagnostik, Physiologie und Anatomie, Krankheits- und Medikamentenlehre. Jedoch ist theoretisches Wissen nicht alles. Für Rettungssanitäter zählt vor allem die Erfahrung aus den verschiedenen Einsätzen. Die Einschätzung von Menschen und Situationen, sowie die Kommunikation mit Erkrankten ist nicht einfach– besonders in Stress- und Notfallsituationen. Im Vorteil sind jene, die bereits Lebenserfahrung in den Beruf mitbringen. Besonders Quereinsteiger aus medizinischen und pflegerischen Berufen können ihr Wissen nutzen, um den Patienten zu helfen. Aber auch Quereinsteiger aus anderen Berufsfeldern sind häufig in der Lage, ihre Erfahrungen in Kommunikation und Arbeit auf das neue Tätigkeitsfeld zu übertragen. Wer hingegen direkt nach der Schule in den Beruf einsteigt, muss sich schnell in die neue Situation herein finden: Empathie, Belastbarkeit und Umgang mit Stress müssen mitgebracht oder erlernt werden, sonst sind die Grenzen der Belastbarkeit schnell überschritten.

Dennoch: Nach dem erfolgreichen Ende der Ausbildung beherrschen die Rettungskräfte die Techniken und besitzen das Grundwissen, das benötigt wird, um im Notfall Leben zu retten. Und je länger ein Rettungssanitäter seinen Beruf ausübt desto besser werden die Kenntnisse. Durch die Zusammenarbeit mit Notfallsanitätern und Notärzten erwirbt der Rettungssanitäter immer mehr Kompetenzen und Wissen, auch über den Umfang seiner Ausbildung hinaus.

 

 

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Probezeit: Erfolgreich in den neuen Job starten

Probezeit: Erfolgreich in den neuen Job starten

Das Bewerbungsverfahren ist erfolgreich gemeistert, der neue Arbeitsvertrag ist unterschrieben. Wer es bis hierher geschafft hat, darf feiern. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt und eine neue, spannende Arbeit wartet. Viele setzen sich selbst unter Druck und fürchten, in der Probezeit fristlos entlassen zu werden. Das die Probezeit eine Möglichkeit für beide Parteien ist, wird selten wahrgenommen.

Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis kurzfristig ohne Angaben von Gründen beendet werden. Die Kündigungsfrist ist kürzer und beträgt lediglich zwei Wochen. Doch diese Möglichkeit ist nicht nur dem Betrieb vorenthalten. Auch der Mitarbeiter kann während seiner Probezeit jederzeit von diesem Recht Gebrauch machen.

Worauf achten die Chefs während der Probezeit?

In jedem Unternehmen ist es an den Vorgesetzten, die Qualitäten und Fähigkeiten der Mitarbeiter zu erkennen und zu beurteilen. Besonders in der Probezeit werden Führungskräfte den neuen Mitarbeiter im Auge behalten und sich eine Meinung bilden. Für die Vorgesetzten ist es besonders wichtig, dass der neue Arbeitskollege ein Gewinn für das Unternehmen ist und sich in bestehende Strukturen integrieren kann. Dabei gehen die Chefs in den meisten Fällen nicht davon aus, dass der oder die Neue bereits alles perfekt beherrscht. Interessant ist vielmehr, wie aufgeschlossen der neue Mitarbeiter ist und wie schnell er in der Lage ist, Neues zu begreifen. Es wird aber auch geprüft, ob der Mitarbeiter sich im Rahmen der Bewerbung richtig dargestellt hat. Wer also in seiner Bewerbung besondere Fachkenntnisse angegeben hat, kann sicher sein, dass die Vorgesetzten diese erwarten und voraussetzen.

So können neue Mitarbeiter die Probezeit für sich nutzen

Die Probezeit ist nicht nur eine Möglichkeit für das Unternehmen, den neuen Kollegen kennen zu lernen. Es ist auch die Chance des Mitarbeiters, das Unternehmen zu beurteilen. Vor Arbeitsantritt hat der Bewerber lediglich eine ungefähre Vorstellung von dem Unternehmen, den Aufgaben und dem Arbeitsklima.
Als neuer Mitarbeiter ist es jedoch bisweilen so, dass die Arbeitsbedingungen anders sind, als man sie sich vorgestellt hat. Die scheinbar gut eingespielten Teammitglieder entpuppen sich als harte Konkurrenten untereinander oder die Aufgaben im Unternehmen entsprechen in keiner Weise den eigenen Vorstellungen und Erwartungen. Wenn dies der Fall ist, kann die verkürzte Kündigungsfrist ein schneller Ausweg sein, um aus der unerwünschten Situation zu entkommen.

In den meisten Fällen sind die Arbeitsbedingungen im Unternehmen jedoch so, wie man es sich beim Unterschreiben des Arbeitsvertrages ausgemalt hat. Jetzt ist die Probezeit ein gutes Sprungbrett für einen erfolgreichen Einstieg in das neue Unternehmen.
Besonders die ersten Wochen in einem neuen Unternehmen prägen das Bild des Arbeitgebers in den Augen des Vorgesetzten. Der neue Mitarbeiter kann diese besondere Aufmerksamkeit nutzen, um selbst zu gestalten, wie er in dem neuen Betrieb von Vorgesetzten und Kollegen gesehen wird. Wer dabei einige kleine Hinweise beachtet, kann so die Probezeit als Start in ein erfolgreiches Arbeitsleben nutzen.

Tipps für eine erfolgreiche Probezeit

Stärke durch Teamarbeit und Eigeninitiative!

Die Arbeitskräfte eines Unternehmens bilden mit der Zeit ein eingespieltes Team. Jeder weiß um die Stärken der Anderen und durch gegenseitige Hilfe können Projekte schnell fertiggestellt werden. Wer schlau ist, findet bereits in der Probezeit einen festen Platz im Team der Firma. Den Vorgesetzten wird dieses Engagement nicht verborgen bleiben.
Wer jedoch versucht alleine gegen ein bestehendes Team anzuarbeiten um seinen Wert zu beweisen, wird schnell als nicht teamfähig angesehen und damit für ein Bestehen in der Firma schlechte Karten haben.
Auch Eigeninitiative wird gerne gesehen und ist ein wichtiger Bestandteil für ein erfolgreiches Bestehen. Neben dem Erledigen der eigenen Aufgaben ist es immer eine gute Idee, den Kollegen zu helfen und sich nach neuen Aufgaben umzusehen. Eigeninitiative und Hilfsbereitschaft helfen nicht nur, das Projekt schnell zu beenden, auch wird der neue Mitarbeiter schnell Ansehen bei den Kollegen erreichen.

Ein älterer Handweker erklärt einem jüngeren Mitarbeiter die Firmenabläufe.

Erfahrene Mitarbeiter kennen die Struktur des Unternehmens und können Tipps und Ratschläge für einen erfolgreichen Arbeitseinstieg geben.

Engagement ist gerne gesehen!

Jedes Unternehmen wünscht sich Engagement und Eigeninitiative der Mitarbeiter. Das sehen die Vorgesetzten vor allem bei neuen Mitarbeitern gern. Es reicht nicht aus, nur das Nötigste zu tun. Wer sich beliebt machen will, kann zudem die Kollegen unterstützen und Qualität und Motivation bei der Arbeit zeigen. Es ist nicht ratsam, nur das Nötigste zu tun oder sich nicht für die Arbeit der anderen Mitarbeiter zu interessieren.

Unbeliebte Besserwisser!

Den Abschluss in der Tasche, die Ausbildung beendet – viele fühlen sich nun, als könnte sie nichts mehr aufhalten. Vor allem junge Menschen neigen dazu, zu denken, dass sie bereits alles wissen. In der Probezeit kann das schnell zu Problemen führen. Vor allem wenn es um Arbeitsabläufe und Firmeninterna geht, sollten neue Mitarbeiter in der Probezeit nicht versuchen, feste Arbeitsabläufe zu ändern oder in ihrem Sinn zu optimieren . Das führt ansonsten nicht selten zu Unmut bei den Kollegen. Ein altes Sprichwort sagt: „Neue Besen kehren gut, aber die Alten wissen, wie man in die Ecken kommt.“ Das meint, alle können voneinander profitieren. Wer vorgibt, alles bereits zu wissen und zu können, wird nicht dazulernen und im Team schnell zurückbleiben.

Keine Schauspielerei!

Bei neuen Kollegen zählt oft der erste Eindruck. Um so wichtiger ist es, während der Probezeit nachhaltig gute Eindrücke zu hinterlassen. Dafür müssen Auftreten und Verhalten sowohl zum Beruf als auf zum Menschen passen. Es bringt keine Vorteile, sich zum Beginn der Probezeit zu verstellen und anders darzustellen und zu hoffen, diese Fassade lang genug aufrecht zu erhalten.

Kleider machen Leute!

In vielen Betrieben gilt ein Dresscode. Neue Mitarbeiter sollten sich schon vor dem ersten Tag darüber informieren: Vor allem in Firmen mit Kundenkontakt ist ein einheitlicher Dresscode Teil der Unternehmensphilosphie. Wer das vergisst, riskiert unangenehm aufzufallen und schon visuell nicht zur Belegschaft zu passen. Auch ohne bestehende Kleiderordnung ist es dennoch wichtig, auf ein gepflegtes Erscheinungsbild zu achten. Zerschlissene Klamotten, Flecken oder zerknitterte Hemden können den Eindruck vermitteln, dass der Träger unorganisiert, ungepflegt oder wenig sorgsam ist. Im schlimmsten Fall könnten Vorgesetzte und Kollegen vermuten, dass der neue Kollege auch unsauber arbeitet.

Wo sind die eigenen Grenzen?

Wer neu ist, muss sich erst einmal zurecht finden. Die Arbeitsabläufe gehen häufig nicht so flüssig von der Hand, wie bei erfahrenen Kollegen, die betriebsinterne Abläufe durch jahrelange Erfahrung verinnerlicht haben. Um sich nicht selbst zu überfordern, ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen. Neue Arbeitskräfte versuchen häufig, möglichst viele verschiedene Aufgaben zu übernehmen und ein Maximum an Leistung zu erbringen. Um sich nicht selbst zu überlasten ist es wichtig, genau zu prüfen, wie viel tatsächlich geleistet werden kann. Niemandem ist geholfen, wenn die Abläufe der Firma oder sogar große Projekte ins stocken geraten, weil die eigene Leistungsfähigkeit überschätzt wurde. Weder für erfahrene Mitarbeiter, noch für Neulinge ist es eine Schande zuzugeben, dass die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erreicht sind. Zuerst müssen andere Arbeiten abgeschlossen werden, um weitere Aufgaben zu übernehmen.

Zeit-Strukturen sind unerlässlich!

Kommunikation und Zeitmanagement sind enorm wichtig. Das hilft auch dem gesamten Team. So wissen Kollegen, wann mit den Ergebnissen zu rechnen ist. Zeitabsprachen sollten unbedingt eingehalten werden. Besonders bei großen Projekten und Teamaufgaben ist Timing ausschlaggebend für den Erfolg. Ist es einmal nicht möglich, den Zeitplan einzuhalten, sollte dies unbedingt rechtzeitig kommuniziert werden.