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Ausbildung zum Steuerfachangestellten – analytischer Beruf mit vielen Möglichkeiten

Das Steuerrecht in Deutschland gehört zu den anspruchsvollsten Rechtsprechungen der Welt und bietet daher unglaubliche viele Facetten an. Aufgrund dessen ist die Ausbildung zum Steuerfachangestellten nicht nur sehr anspruchsvoll, sondern auch abwechslungsreich. Bereits die die verschiedenen Bereiche, die in der Ausbildung zum Steuerfachangestellten selbst erprobt werden, sorgen für einen abwechslungsreichen Berufsalltag. Aber darüber hinaus gibt es nach der erfolgreichen Beendung der Ausbildung viele Möglichkeiten, die dazu führen, dass das gesamte Berufsleben von neuen Herausforderungen und spannenden Aufgaben geprägt wird. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser Berufsausbildung ist, dass es ein sehr sicherer Beruf ist, der viele Weiterbildungsmöglichkeiten anbietet.

Welche Voraussetzungen sollten potenzielle Auszubildende mitbringen?

Ein wichtiger Aspekt für einer erfolgreiche Berufslaufbahn im Steuerwesen ist die Zuverlässigkeit und die Fähigkeit, mit Menschen zusammenzuarbeiten. Denn zu den Aufgaben eines ausgebildeten Steuerfachangestellten gehört es, die Steuererklärung für Kunden anzufertigen. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass die Kunden häufig nicht wissen, welche Möglichkeiten sie haben, um ihre Steuererklärung optimal auszufüllen. Deshalb gehört es auch in den Aufgabenbereich, die Kunden optimal zu beraten. Denn das Wissen über die möglichen Absatzbeträge ist häufig nicht vorhanden und es gibt gerade im Bereich der Steuererklärung viele Fehlinformationen.

Stellen Sie sich vor, Sie erstellen die Steuererklärung für einen Familienvater, der sich gerade ein eigenes Büro in seinem Haus eingerichtet hat. Sie müssen dann nicht nur bedenken, dass Kosten nun auch für den Bereich des Büros und die Anschaffungen angeben werden können. Dafür müssen Sie Ihren Klienten aber vorab informieren, damit Sie die notwendigen Nachweise haben. Ihre Aufgabe ist nicht nur, dafür zu sorgen, dass die Steuererklärung inklusive aller Nachweise fachgerecht eingereicht wird, sondern auch, dass die vorgegebenen Fristen eingehalten werden.

Der Taschenrechner hilft, dennoch sollten Steuerfachangestellte gut mit Zahlen umgehen können.

Da ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit eines Steuerfachangestellten sich im kaufmännischen Bereich bewegt, sollten Auszubildende gute Fähigkeiten im Bereich der Mathematik besitzen. Auch logisches Denken und Freude an der Lösung von komplexen Aufgabenstellungen ist sehr hilfreich. Im Ausbildungs- und im Arbeitsalltag werden obendrein viele Gesetztexte studiert, weswegen ein gutes Sprachverständnis wichtig ist.

Wie ist die Ausbildung zum Steuerfachangestellten strukturiert?

Bei der Ausbildung zum Steuerfachangestellten handelt es sich um eine duale Ausbildung, für die ein guter mittlerer Schulabschluss vorausgesetzt wird. In der Regel beträgt die Dauer der Ausbildung drei Jahre, wobei zwei Drittel der Ausbildungszeit innerhalb des Betriebes stattfinden. Wenn das Abitur oder ein Bachelor in BWL bereits vorhanden ist, ist es möglich, die Ausbildung um ein halbes beziehungsweise um ein Jahr zu verkürzen. Bei der Verkürzung der Ausbildung wird der schulische Anteil dieser reduziert, weil das dort vermittelte Wissen bereits in der schulischen beziehungsweise universitären Ausbildung Bestandteil waren.

Jedoch sollten man wissen, dass man die Verkürzung der Ausbildungszeit zum Steuerfachangestellten nicht voraussetzen kann. Denn die Erlaubnis muss von der Steuerberaterkammer erteilt werden, und diese nimmt eine Beurteilung erst nach der Sichtung der Ergebnisse der Zwischenprüfung vor. Für eine Verkürzung werden vom entsprechenden Auszubildenden sehr gute Noten sowie eine entsprechende Rückmeldung des Ausbildungsbetriebes erwartet. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der angehende Steuerfachangstellte alles notwendige Wissen hat, um später selbstständig zu arbeiten.

Ein Steuerfachangstellter hat die Zahlen seiner Kunden genau im Blick und kennt sich mit der gesetzlichen Grundlage aus.

Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Ausbildungsberufen ist, dass die Ausbildungsvergütung nicht einheitlich geregelt wird. Deshalb ist es für angehende Auszubildene zum Steuerfachangestellten interessant, nicht nur das Einstiegsgehalt von potenziellen Betrieben, sondern auch die Ausbildungsvergütung im zweiten und dritten Lehrjahr unter die Lupe zu nehmen. Dabei sollte jedoch im Hinterkopf behalten werden, dass bezahlt Weiterbildungen und die Möglichkeit, sich bereits während der Ausbildung zu spezialisieren, nützlicher sind als ein höheres Grundgehalt.

Welche Inhalte werden bei der Ausbildung zum Steuerfachangestellten vermittelt?

Die Ausbildung enthält viele praktische Phasen, wobei nicht nur der Arbeitsalltag erprobt wird, sondern auch die Inhalte der Berufsschule Anwendung finden. Darüber hinaus wird auch der richtige Umgang mit Kunden vermittelt. In der Berufsschule konzentriert sich die Ausbildung auf drei Fachbereiche:

  1. Rechnungswesen – in diesem Fachbereich lernen die Auszubildenden zum Steuerfachangestellten, wie verschiedene Berechnungen durchgeführt werden. Dazu gehört die Abwicklung von Zahlungsvorgängen, die Erstellung von Mahnungen und Haushaltsplänen ebenso wie die Kalkulation von Löhnen.
  2. Personalwesen – zum Verantwortungsbereich von Steuerfachangestellten zählt auch der Umgang mit Mitarbeitern. Dabei werden Aspekte für die Einstellung von entsprechenden Fachpersonal vermittelt sowie die Personalplanung in einem entsprechenden Betrieb oder für ein Projekt.
  3. Buchführung – die Buchführung ist ein sehr verantwortungsvoller Aufgabenbereich, in welchem die richtige Verbuchung von Ein- und Ausnahmen vermittelt wird. Ebenfalls ist Teil der Ausbildung, wie die Buchhaltung dazu benutzt werden kann, um die richtige Kalkulation für Unternehmen und Betrieben durchzuführen.

Welche Perspektiven gibt es nach der Ausbildung?

Nach dem erfolgreichen Abschluss zum Steuerfachangestellten, aber auch bereits während der Ausbildung, ist Weiterbildung der Schlüssel zum beruflichen Erfolg. Denn wie in vielen anderen Fachbereichen ist auch im Bereich der Steuern die Spezialisierung ein Weg, um die eigenen Vorstellungen in den Berufsalltag zu integrieren.

Es ist sowohl möglich, in Kanzleien von Steuerberatern, aber auch in Betrieben von Wirtschafts- und Buchprüfern angestellt zu werden. Dabei spezialisieren sich diese Betriebe häufig auf einen entsprechenden Kundenkreis. Das liegt auch daran, dass das Steuerrecht in Deutschland sehr komplex ist und dadurch eine Spezialisierung den Berufsalltag sehr vereinfacht. Zudem arbeiten gerade bewährte Kanzleien bereits mit einem entsprechenden Kundenkreis zusammen, und gute Arbeit sorgt für immer neue Kunden. Entsprechend sorgt die Spezialisierung auch dafür, dass die Kunden Vertrauen in die Fähigkeiten entwickeln. Da die Kunden häufig selbst nicht in der Lage sind, die vermeintlichen Stolpersteine des Steuerrechtes zu überblicken, ist eine Vertrauensbasis für eine gute Zusammenarbeit essenziell.

Da die Spezialisierung in beinahe jedem Bereich möglich ist, in dem Steuern gezahlt werden müssen, gibt es die unterschiedlichsten Weiterbildungen. Diese erweitern nicht nur den Kenntnisstand, sondern sorgen auch dafür, dass die Vergütung entsprechend steigt. Als Auszubildender zum Steuerfachangestellten ist es also möglich, die eigenen Vorstellungen umsetzen und sich entsprechend weiterzubilden. So können eigene Interessen beruflich genutzt werden.

Eine weitere attraktive Möglichkeit ist der Weg in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Büro oder einer entsprechenden Kanzlei. Für diesen Schritt sollte aber zunächst eine entsprechende Fachrichtung festgelegt und die notwendige Berufserfahrung gesammelt werden. Denn die Selbstständigkeit ist mit höheren Belastungen verbunden, die sich nicht auf den Arbeitsalltag auswirken sollten. Mit der Ausbildung zum Steuerfachangestellten wird der Weg in eine sichere und flexible Zukunft eingeschlagen. Durch die vielseitigen Möglichkeiten der Arbeitsorte sowie der potenziellen Spezialisierungen ist es möglich, den Arbeitsalltag immer wieder an die persönlichen Bedürfnisse und Interessen anzupassen. Solange die Bereitschaft besteht, sich stetig zu bilden und die Freude am Lernen vorhanden ist.

Fotos: 123rf-Popov (3)