Mit der Brückenteilzeit das Leben besser einrichten

 Brückenteilzeit macht es möglich

„Muße, nicht Arbeit, ist das Ziel des Menschen“, stellte schon Oskar Wilde fest. Doch auch ein schöner Beruf kann das Leben bereichern – nur nicht ständig. Wer sich während der Arbeit stark engagiert, braucht einen guten Ausgleich im Privatleben. Doch weil die Tage dafür oft zu voll sind, wäre es mitunter sinnvoll, in Teilzeit zu arbeiten, um mehr Zeit zur Regeneration, für Hobbies, Weiterbildung oder eine ehrenamtliche Arbeit zu haben. Bislang galt Teilzeitarbeit als Karrierebremse, weil es kein Zurück gab – mit Folgen: Wer mit reduzierter Stundenzahl arbeitet, verdient weniger und bekommt später eine geringere Rente. Doch seit Januar 2019 gilt für Betriebe mit über 45 Mitarbeitern das Gesetz zur Brückenteilzeit: Ist der Arbeitnehmer seit mindestens sechs Monaten dort angestellt, kann er für ein bis fünf Jahre Brückenteilzeit beantragen und hat danach wieder Anrecht darauf, in Vollzeit zu arbeiten.

Ein Mann, eine Frau und ein Kind sitzen gemeinsam an einem Tisch und lachen. (Brückenteilzeit)
Einfach mal weniger arbeiten: Nach der Brückenteilzeit kann die Stundenzahl wieder erhöht werden.

Alles unter einem Hut

Die Lebensarbeitszeit verlängert sich – und so kommt es, dass ältere Menschen noch mitten im Berufsleben stehen, auch wenn sie Großeltern werden. Doch bei einem Acht-Stunden-Tag fällt es schwer, der Tochter unter die Arme zu greifen und zu sehen, wie die Enkel groß werden. Die gute Nachricht: Die seit Januar 2019 eingeführte Brückenteilzeit erleichtert es auch älteren Menschen, ein bis fünf Jahre in Teilzeit zu arbeiten, um sich etwa um den Enkel zu kümmern, einem Hobby ausgiebig nachzugehen oder einfach eine Zeit zu schonen. Dafür müssen sie in einem Betrieb mit mindestens 45 Mitarbeitern angestellt sein, länger als sechs Monate für die Unternehmen arbeiten und den Zeitraum vorab festlegen. Im Gegensatz zur Altersteilzeit, die einen frühzeitigen Übergang in die Rente ermöglichen soll, ist die Brückenteilzeit auf ein bis fünf Jahre beschränkt. Danach arbeitet der Best Ager wieder in Vollzeit. „So halten sich die finanziellen Einbußen für die Rente in Grenzen und dem Arbeitgeber bleibt ein erfahrener Angestellter länger verbunden“, erklärt Petra Timm von Randstad Deutschland die neue Regelung.

Die neue Teilzeitfreiheit

Es gibt Situationen im Leben, da ist es sinnvoll, in Teilzeit zu arbeiten. Das gilt für Mütter oder Väter ebenso wie für Arbeitnehmer, die mehr Zeit für ihre Gesundheit, Bildung oder soziales Engagement haben möchten. „Bislang hieß es: Einmal Teilzeit, immer Teilzeit, weil es keinen Rechtsanspruch auf eine Rückkehr zur Vollzeitstelle gab. Das gehört seit Januar 2019 der Vergangenheit an“, freut sich Petra Timm. Vor allem Mütter, von denen laut statistischem Bundesamt über zwei Drittel mit Kindern unter 18 Jahren in Teilzeit arbeiten, werden davon profitieren, dass die sogenannte Teilzeitfalle nicht mehr zuschnappt. Sie können dann später wieder in Vollzeit arbeiten, was sich auch auf das Gehalt und die Rentenansprüche auswirkt. Allerdings hat das neue Gesetz ein paar Einschränkungen: Das Recht auf Brückenteilzeit gilt nur für Betriebe mit mehr als 45 Mitarbeitern und nur für Arbeitnehmer, die schon länger als sechs Monate bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt sind. Die Brückenteilzeit darf zwischen einem und fünf Jahre dauern. Alte Teilzeitverträge können nicht in Brückenteilzeit umgewandelt werden. (Advertorial)

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Fotos: lightfieldstudios/fotolia/randstad,  Ljiljana/Fotolia/randstad

 

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