Was macht ein Medientechnologe?

Ohne Medientechnologen wären viele Texte nicht gedruckt worden. Denn hinter der etwas sperrigen Bezeichnung verbirgt sich nichts anderes als der Beruf des Druckers, ergänzt um die Aufgaben eines Siebdruckers und eines Druckverarbeiters. Alle drei Spezialisierungen sind auch heute noch wichtig. Wer glaubte, dass die Digitalisierung diese Berufe abschaffen würde, hat sich getäuscht. Schon 2011 wurde aus dem Drucker die Berufsbezeichnung Medientechnologe, der in drei anerkannten dualen Ausbildungsberufen angeboten wird. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre.

Medientechnologe: Ausbildung mit Druck

Nur wenige Berufe haben sich durch die Digitalisierung so verändert wie der des Druckers. Das zeigt sich nicht nur an der neuen Bezeichnung „Medientechnologe Druck“.
Früher war das Drucken eine langwierige, schwierige Arbeit, denn die Texte wurden Buchstabe für Buchstabe aus Bleilettern gesetzt und mit großem Kraftaufwand gedruckt. Heute werden Zeitschriften, Kataloge und Bücher per Computer erstellt und direkt an die Druckmaschine übertragen. Dann überwacht der Medientechnologe Druck die weitere Fertigung, überprüft die Druckqualität und die Maschinen, die er später reinigt.
Während der Ausbildung lernt der angehende Drucker sowohl den Offset- als auch den Tief- und Digitaldruck kennen. Ob in Großdruckereien oder in Copyshops: die verschiedenen Druckverfahren werden zweckoptimiert eingesetzt und unterscheiden sich sowohl durch die verwendeten Maschinen und Techniken als auch durch Druckqualität, Kosten und Aufwand.
Petra Timm vom Personaldienstleister Randstad: „Abgesehen von technischem Verständnis sind Kreativität und Vorstellungsvermögen wichtig. Da ein Medientechnologe die Ergebnisse seiner Arbeit immer wieder mit dem Auftraggeber abstimmen muss, sollte er kontaktfreudig sein.“

Medientechnologe Druckverarbeitung: Handwerk für Drucksachen

Medientechnologe: Eine Auszubildende arbeitet an einem Auftrag.
Medientechnologen gibt es in drei Fachrichtungen: Druck, Siebdruck und Druckverarbeitung. Handwerkliches und technisches Geschick sowie sorgfältiges Arbeiten sind für alle drei eine gute Voraussetzung.

Wie wird das bedruckte Papier zum Buch, Kalender, Katalog oder Prospekt? Der Medientechnologe mit der Spezialisierung Druckverarbeitung kennt die Antworten. Er sorgt dafür, dass Druckbögen geschnitten, gefalzt, geheftet oder verklebt werden.

Die Arbeit beginnt, wenn die Druckmaschinen ihre Arbeit getan haben. Denn als Nachfolger des Buchbinders prüft der Medientechnologe der Fachrichtung Druckverarbeitung die Druckbögen, richtet die Verarbeitungsanlagen ein und kontrolliert die Produktionsprozesse.
Je nachdem, was aus den Druckbögen entstehen soll, gestaltet sich die Arbeit unterschiedlich. Beschäftigungsorte können Buchdruckereien, Verlage für Zeitschriften und Magazine oder Druckereien für kleinere Aufträge wie Prospekte, Flyer oder Karten sein, die auch noch eine Oberflächenveredelung erhalten.
„Für die Auszubildenden ist kein Schulabschluss vorgeschrieben, aber erfahrungsgemäß ist ein Realschulabschluss von Vorteil“, weiß Petra Timm und ergänzt: „Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis sollte der Bewerber zum Medientechnologen Druckverarbeitung ebenfalls für die dreijährige duale Ausbildung mitbringen.“

Medientechnologe Siebdruck: Die Allesdrucker sind gesucht

Ein Medientechnologe arbeitet an einer Druckmaschine in einer Textildruckerei.
Medientechnologen Siebdruck arbeiten auch in kleineren Betrieben – wie hier in einer Textildruckerei.

Der Siebdruck eignet sich für die verschiedensten Untergründe. Dazu zählen neben Papier auch Keramik, Kunststoff, Metall, Glas, Holz und Textilien. Typische Beispiele der Arbeit eines Medientechnikers Siebdruck sind Schilder, Plakate und T-Shirts. Nach der dreijährigen Ausbildungszeit arbeiten die Fachleute oft in Druckereien, manchmal aber auch in Fabriken, zum Beispiel für Keramik oder Glas. Sie bearbeiten die Entwürfe am Computer, bereiten daraus Druckvorlagen vor und richten die Druckmaschinen ein. Von dem gewünschten Produkt wird ein Probedruck erstellt, der mit dem Kunden abgestimmt wird. Dann überwachen die Medientechnologen den Vorgang unter besonderer Beachtung der Farbgenauigkeit. Der fertige Druck wird häufig noch weiterverarbeitet oder durch Lack veredelt. Je nach Branche überwacht der Siebdrucker auch diese Vorgänge. Wer den Beruf erlernen möchte, benötigt vorzugsweise einen mittleren Schulabschluss und ein gutes Auge. (Advertorial)

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Fotos: goodluz/123rf/randstad, Olena Kachmar/123rf/randstad, A. Davydov/123rf/randstad
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