Buchhalter – Alles andere als langweilig

 Zugegeben, die Berufsbezeichnung Buchhalter hat in Deutschland ein etwas angestaubtes Image. Zu Unrecht, denn das Rechnungswesen hat sich im Rahmen der Digitalisierung in den letzten Jahren sehr deutlich verändert. Außerdem hält der Buchhalter das Finanz- und Rechnungswesen eines Unternehmens am Laufen und sorgt nicht zuletzt dafür, dass am Ende des Monats alle ihr Gehalt auf dem Konto haben. Erstaunlich: Die Berufsbezeichnung ist in Deutschland nicht geschützt und Buchhalter in allen Variationen kein Ausbildungsberuf.
„Grundlegende Kenntnisse werden in kaufmännischen Berufen erlernt, doch eine Weiterbildung mit abschließender Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer steigert die Jobaussichten enorm,“ weiß Jörg Sennhenn, Manager Spezialisierung Finance beim Personaldienstleister Randstad. Folgende Varianten bauen auf den vorher erworbenen Kenntnissen auf:
Geprüfte Buchhalter führen die Bücher, kümmern sich um Rechnungsein- und -ausgänge.

Experten für Buchhaltung

Finanzbuchhalter regeln das betriebliche Rechnungswesen, sind für Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse zuständig. Bilanzbuchhalter haben den großen kaufmännischen Überblick und kennen die finanzielle Gesamtsituation des Unternehmens. Controller: Bei ihnen laufen die Daten des Rechnungswesens zusammen, die überwacht, geprüft und gelenkt werden müssen.
Die Weiterbildungen dauern meist nicht länger als zwei Jahre und werden als Vollzeit-, Teilzeit- oder Fernunterricht angeboten. Zugangs- und Prüfungsbedingungen variieren je nach Anbieter und Bundesland.

Karriere als geprüfter Bilanzbuchhalter

Sie gelten als die Wunderkinder im Rechnungswesen: IHK-geprüfte Bilanzbuchhalter werden in vielen deutschen Unternehmen händeringend gesucht. Wer Spaß an Zahlen, Betriebswirtschaft und steuerlichen Sachverhalten hat, sollte über eine entsprechende Weiterbildung nachdenken. Denn es gibt keine klassische Berufsausbildung.
Um von der IHK zur Prüfung zugelassen zu werden, sind jedoch bestimmte Bedingungen zu erfüllen. „Bewerber müssen eine dreijährige Berufsausbildung in einem kaufmännischen oder verwaltenden Beruf mit mindestens drei Jahren Berufserfahrung, alternativ ein Studium mit zweijähriger Berufspraxis oder aber eine sechsjährige Berufspraxis im kaufmännischen Bereich vorweisen“, sagt Jörg Sennhenn. Die Weiterbildung selbst erfolgt berufsbegleitend, oft als Fernstudium. Doch die Mühen lohnen sich, denn IHK-geprüfte Bilanzbuchhalter können mit richtig guten Verdienstmöglichkeiten rechnen.
Hand tippt auf Taschenrechner, neben Brille und Tastatur. (Buchalter)
Biltroller: ein neues Berufsbild, das noch relativ unbekannt ist. dabei werden die Inhalte schon jetzt von vielen Unternehmen zunehmend gesucht.
Biltroller  Bilanzbuchhalter und Controlling
Mal ganz ehrlich: Wer hat schon einmal vom Biltroller gehört? Die wenigsten kennen diesen neuen Beruf, der entstanden ist, weil Bilanzbuchhaltung und Controlling immer mehr zusammenrücken. „Während sich der Buchhalter um die Jahresabschlüsse kümmert, schaut der Controller vorwärts und plant die Zukunft des Unternehmens. Beide sind auf das Wissen des anderen angewiesen. Wen wundert es also, dass gerade Mittelständler versuchen, Angestellte zu finden, die beides können“, so Jörg Sennhenn von Randstad. Er rät: „Bilanzbuchhalter sollten die Weiterbildung zum Controller anstreben – und umgekehrt. Denn der Biltroller ist ein Beruf mit Zukunft.“
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Fotos:  rawpixel/123rf.com, Natee Meplan/fotolia

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